… und hatte nichts mit dem Zölibat der Kirche zu tun.

Wenn ich diesen Diskussionsverlauf verfolge, der da in den letzten Tagen durch die Medien geht, bekomme ich das Kotzen.

Als ich 2007 meinen damaligen Peiniger in meinem Buch “Es ist viel passiert!” mit Namen nannte, hat sich kaum ein Medium dafür interessiert. Im Gegenteil. Ein Redakteur der “BILD am Sonntag” rief mich ein paar Wochen nach Erscheinen des Buchs an und fragte, ob sich der ehemalige Erzieher aus dem Internat Schloss Eringerfeld schon gemeldet hatte bzw. schon eine Anzeige wegen Verleumdung gestellt hatte. Denn der Missbrauch sei ja verjährt und eine Klage wegen verleumdung sei dann ein interessantes Thema für sie. Die Tatsache, dass ich von diesem kranken Typen missbraucht wurde, war es offenbar nicht. Warum nicht, wurde mir auch erklärt. Da ich selbst über meine Vergangenheit berichtet hätte, sei das nicht interessant genug.

Damals war ich einfach nur schockiert über dies Unverfrorenheit, heute sind mir solche Methoden als logische Reaktion der Gesellschaft geläufig. Vertuschen, verschweigen, wenn es gar nicht mehr anders geht, Verfehlungen dunkel in Erinnerung habend zugeben und um Vergebung bitten. Der Mut von immer mehr Überlebenden wird unsere Gesellschaft aufrütteln und zeigen, wie systematisch vertuscht und gemauschelt wird, um Täter zu schützen und Opfer erneut zu brüskieren. War es früher Usus zu behaupten, die Opfer hätten schon einen Grund geliefert und wohl nichts dagegen gehabt, so sagt man heute, die Opfer sollten vergeben und den Tätern noch eine Chance geben, ihr Leben ungeschoren weiterzuleben. Dazu eine Diskussion, dass man das Zölibat abschaffen sollte, weil es solche “Übergriffe” geradezu fördere. Pfui Teufel! Wer hat uns eine Chance gegeben? Wer hat sich um unsere Unversehrtheit gekümmert.

Dieser Kerl, der mich als Schutzbefohlenen missbrauchte, war damals verheiratet und wenn meine Quellen stimmen – das habe ich letzte Woche erfahren – dann ist dieser Kerl immer noch in Nordrhein-Westfalen in der Kindererziehung tätig. In dem Internat, in dem er damals sein Unwesen trieb, sind komischerweise keine Unterlagen mehr vorhanden, liess man einen Bekannten, der sich für meine Interessen einsetzt, wissen.

Schon komisch, oder? Man weiss, dass er da war und dass er dort “erzogen” hat, aber man hat keinerlei Unterlagen mehr. Das ist doch genau das, was in den letzte Tagen und Wochen überall passiert. Naja, man habe da wohl mal einen Verdacht gehabt, aber das sei schon so lange her und deswegen seien diese Behauptungen irgendwie nicht mehr nachvollziehbar und man solle doch jetzt den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten. Wenn was war, dann tut es uns leid und dann ist auch gut.

Nein, das ist es nicht. Es ist eben nicht gut. Ich hatte irgendwie Glück und habe mein Martyrium irgendwie relativ unbeschadet überstanden, soweit ich das beurteilen kann. Aber ich weiss von anderen Überlebenden, die es eben nicht haben. Die in zwei Zeilen einer Mail mehr Schmerzen und Angst offenbaren als andere in 10 Sitzungen mit einem Psychologen aufzeigen. Die sich heute noch mit Zärtlichkeiten schwertun, weil sie irreparabel geschädigt wurden.

Schluss mit Verjährung dieser Taten, lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle und Entfernung der Täter, selbst wenn ihre Taten verjährt sind. Überlebende haben oft erst nach Jahren den Mut und die Kraft, über die an ihnen verübten Verbrechen zu sprechen. Mein Peiniger heisst Heimann und ich habe keine Angst vor einer Verleumdungsklage und genauso wenig vor einer Klage der Bild am Sonntag oder sonst wem, der mich zwingen will, Aussagen zurückzunehmen.

Ich habe die Schnauze voll, jahrelang unter den Folgen des Missbrauchs gelitten zu haben und dadurch mich selbst andere belastet zu haben. Komm aus Deinem Loch raus, Heimann. Dein Verbrechen an mir mag verjährt sein, aber ich wette, es wird sich ein Opfer melden, bei dem die Verjährung noch nicht abgelaufen ist.

Und die Träger des damaligen Internats Schloss Eringerfed (die übrigens nach den Traditionen des christlichen Abendlands erzogen haben, wie sie stolz sagten damals) können sich darauf vorbereiten, dass ich gerade einen Anwalt prüfen lasse, ob und wie ich eine Klage anstrengen kann.

Die Zeit des Schweigens ist vorbei, wir Opfer stehen auf und stellen Euch! Und wir sind nicht wenige, das wisst Ihr genau!

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20 Comments to “Mein Peiniger war verheiratet …”

  1. Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by MichaelJaegerTV: Mein Peiniger war verheiratet: http://tinyurl.com/yjpgdx9 und arbeitet wohl immer noch als Erzieher von Kindern #Missbrauch…

  2. Frau_Elise sagt:

    Und vermutlich wird es jetzt dann doch noch Anfragen geben von der Presse, weil das Thema gerade so schön en vogue ist. Herrje.

    Halt uns auf dem Laufenden!

  3. sandra sagt:

    das mit dem zölibat ist schwachsinn, diese menschen haben sich an kindern vergriffen…wenn es nur der drang nach sexuellem gewesen wäre , hätten sie zu einem dementsprechendem etablissment (bestimmt mit fehler :( ) gehen können um druck abzulassen.
    ich finde es grauselig wie mit dem ganzen umgegangen wird, dass täter auch noch geschützt werden :( für mich gibt es keine erklärung für sowas , schlimm ist nur dass es immer die jenigen sind, denen kinder anvertraut werden, die erziehung etc gelernt haben …
    ach ich hoffe und wünsche , dass du noch was machen kannst *wirklich scheiss verjährung, opfer haben keine verjährung die tragen das ihr leben lang mit sich rum :(

  4. Eine Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch halte ich für grundsätzlich falsch. Besonders mit der Begründung, daß eine Beweisführung nach langer Zeit schwierig sei. Welches Kind-Opfer nimmt schon eine DNA-Probe seines Peinigers, um sie dann nach Jahren zur Anklage zu nutzen?
    Missbrauchsopfer sind doch häufig erst in der Lebensmitte überhaupt in der Lage über ihre Qualen zu sprechen!
    Ich mußte beobachten, daß die Berührungsängste der nächsten Familienangehörigen eines mittlerweile erwachsenen Opfers mit dem Thema “sexueller Missbrauch” umzugehen,erschreckend groß sind. Es gehört sehr viel Mut dazu, so wie Michael es getan hat, öffentlich von seinem Schiksal zu berichten.
    Ich hoffe, daß Michael seinen Peiniger findet und ihn öffentlich machen kann. Auch wenn es aufgrund der Verjährung nicht zu einer Verurteilung in seinem Fall kommt. Michael war sicher nicht sein einziges Opfer.
    Die Narben in der Seele heilen nie, es “wächst kein Gras drüber”!

  5. Diana sagt:

    Ist doch eh immer wieder das Gleiche: Die Täter werden geschützt – und die Opfer können sehen, wo sie bleiben.

    Scheiß System!

  6. Gianna sagt:

    Puh .. Ich bin auch absolut gegen die Verjährung!! Passiert ist passiert – egal wann!
    Die Verjährung muss abgeschafft werden!!!

  7. Textzicke sagt:

    Lieber Michael,

    ich drücke Dir alle Daumen, dass Du das Schwein findest und seiner gerechten Strafe zuführst!
    Es macht mich hilflos und wütend, von diesen schrecklichen Dingen zu hören. Jeder, der das Wort “Schutzbefohlene” auf derart perverse Weise karikiert und die jungen Seelen derart irreparabel verletzt, sollte die höchste Stufe gesellschaftlicher Ächtung erfahren – egal, wie lange es her ist, denn das Zauberwort heißt “irreparabel”.
    Lass mich wissen, wenn ich irgendwas für Dich tun/schreiben/twittern kann, OK?
    Viel Glück!

  8. Tom sagt:

    Sehr gesunde Einstellung. Und auch ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Kampf für etwas mehr Gerechtigkeit und unterstütze dich natürlich gern dabei.

  9. Die Verjährung gehört abgeschafft. Mord verjährt schließlich auch nicht, und Missbrauch ist Mord an der Seele der Opfer.

    Bleib dran, und lass Dich nicht unterkriegen.

  10. Sasan sagt:

    …auch ich bin GEGEN die Verjährung. Es ist eine Schweinerei, wie leicht es den Tätern gemacht wird. Egal ob Lehrer oder Priester. DIE haben immer noch eine Sonderstellung und das darf nicht sein. DIE sind auch Menschen, so dumm und schlau, wie alle Anderen auch!

    Die Schulzeit ist eines der gefährlichsten Zeiten im Leben. Täglich kommen neue körperliche Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit, doch hat jemand mal auch über den seelischen Missbrauch, welcher täglich von den Lehrern an den Kindern “ausgeübt” wird? Es muss immer erst das Schlimmste passieren, devor reagiert wird. Bitte nicht falsch verstehen – ich will damit nicht den körperlichen Missbrauch relativieren.

    Was passiert ist, ist passiert und kann nie wieder gut gemacht werden. Weder mit einer Entschuldigung noch mit Geld. Auch wenn der Täter weggesperrt wird, was bei Missbrauch in den meisten Fällen nicht der Fall ist, der seelische Missbrauch bleibt immer – und das täglich!

    Ich halte nichts von Religionen und deren Macht und unserem sehr schlechten Schulsystem.

    Michael, ich hoffe für dich, dass du diesen Dreckskerl packen kannst! Meine Ünterstützung hast du!!!

    ps: Der Papst, der schweigt – MAL WIEDER !!!

  11. [...] Warum die Diskussion um eine Aufhebung des Zölibat völlig am Thema vorbei geht hat Michael Jäger beschrieben: Mein Peiniger war verheiratet… [...]

  12. Petra sagt:

    Lieber Michael,

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem “Outing”. Dies ist der erste ARtikel, den ich von dir lese, aber mein Gefühl sagt mir, es wird wohl nicht der letzte sein.

    Ich denke es gehört großen Mut und mit Sicherheit auch eine tiefe Frustration und Ärger dazu, sich mit dieser Vergangenheit zu stellen. Ich schätze deine Beobachtungsgabe, dass die Medien vollkommen an dem vorbei diskutieren, was wirklich wichtig ist.

    Was ich in vielen Kommentaren gelesen habe, ist dass es die Gepeinigten sind, die lange mit den Folgen zu kämpfen haben.

    Was ich vorschlagen möchte ist, sich auf Lösungen zu konzentrieren, mit der Situation umgehen zu lernen. Ich bin mir bewusst, dass das klugscheißerisch und rechthaberisch klingt, aber so ist es nicht gemeint.
    Als Coach treffe ich viele Menschen, die durch irgendeinen Vorfall das Ruder aus der Hand gegenommen bekamen oder abgegeben haben. Je früher in der Kindheit das passiert ist, umso dramatischer sind oft die Auswirkungen.
    Verdrängung, Scham, sogar Schuldgefühle sind neben Wut und Hass, Angst und dem Wunsch nach Vergeltung Gefühle, die überwältigend werden können. Sie fangen an, unser Leben zu bestimmen bis irgendwann kein Platz mehr da ist für Liebe.
    Die Fähigkeit, echte, tiefe und liebevolle emotionale Beziehungen herzustellen wird beeinträchtigt und wieder ist es der/die Betroffene, die unter den Folgen leidet.

    Was passiert ist, kann nicht rückgängig gemacht werden und ich stimme zu, dass die Täter bestraft werden müssen. Es scheint unfair zu klingen und ich kann schon jetzt den einen oder anderen aufschreien hören, aber auch diese Menschen brauchen Hilfe. Vor allem deshalb, um eine Wiederholung zu vermeiden.
    Irgendetwas ist auch bei denen nicht in Ordnung. Vielleicht wurden sie selbst missbraucht und wissen es nicht besser? Keine gute AUsrede, ich weiß, denn es liegt in jedermann’s eigener Verantwortung, bessere Alternativen zu wählen als die, die einem selbst weh getan hat.

    Auf keinen Fall will ich den Eindruck erwecken, auf der Seite der Missetäter zu stehen – ich bin weit davon entfernt!

    Vielmehr würde ich die Betroffenen ermutigen jemanden zu suchen, der oder die die Leidtragenden unterstützt, sich diesen Erlebnissen zu stellen, sie endgültig zu verarbeiten und damit abzuschließen, damit sie endlich die Kraft und die Resourcen finden, aus der Opfermentatlität aufzutauchen. Das hört sich blöd an, ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll.

    Aus Erfahrung habe ich gelernt, dass es unmöglich ist wirklich glücklich zu sein, solange man diesen negativen Erlebnissen so viel Macht und Power gibt und es erlaubt, dass sie das Leben beeinflussen und teilweise sogar bestimmen.Es schwierig, neu anzufangen und das Leben in die eigene Hand zu nehmen, solange (jetzt kommt ein Klischee-Ausdruck, sorry for that)man nicht “seinen Frieden” gemacht und gefunden hat.

    Bitte versteh(t) mich richtig – ich bin absolut auf deiner (eurer) Seite. Ich wünsche mir, dass mehr Betroffene den Mut und die Unterstützung haben, sich einem ähnlichen Outing, vor allem sich selbst gegenüber zu stellen und das Ruder wieder in die eigenen Hände nehmen.

    Ich möchte auf eine kleine Geschichte hinweisen, die mir geholfen hat, negative Erlebnisse in einem anderen Licht zu sehen. Sie ist von Neil Donald Walsch und heißt Ich bin das Licht!: Die kleine Seele spricht mit Gott. Eine Parabel für Kinder nach dem Buch ‘Gespräche mit Gott’
    (Ich habe hier hoffentlich einen Link eingefügt, über den ihr direkt mehr über den Inhalt erfahren könnt – falls nicht, sucht einfach nach Ich bin das Licht!)

    Ich drück die Daumen, dass du, Michael, und alle anderen eure “Vergeltung” (ich weiß, damit ist es nicht getan, trotzdem zumindest das)bekommt und dass es euch ein Trost sein wird zu wissen, dass wenn schon nicht die entsprechenden Institutionen die Übeltäter schnappen, Karma sie einholen wird.
    Seid stark, lasst los und nehmt den Peinigern die Macht und euer Leben (wieder) in die eigenen Hände. Ihr seid es euch selbst schuldig. Ihr habt einen hohen Preis bezahlt und ich wünsche euch, dass ihr lernen dürft, zu vergeben, um wieder glücklich zu sein. Vor allem euch selbst.

    Mit dem tiefsten Respekt
    Petra

    PS: Nein, ich gehöre keiner Religion an. Eben aus dem Grund, warum diese Diskussion erst entstanden ist: weil im Namen oder unter dem Deckmantel einer Religion so viele Menschen betrogen, belogen und gequält wurden und werden, dass ich mich schämen würde mich “christlich” oder sonstwie zu nennen.

    PPS: Bitte verzeiht diesen langen Kommentar. Ich werde bei dem Thema gerne sehr leidenschaftlich und hätte noch viel mehr zu sagen, aber das verkneif ich mir.

  13. Petra sagt:

    Ich nochmal, nur ganz schnell, versprochen.

    Bitte lasst euch von dem Wort Gott nicht irritieren. Ich wollte das Buch auch erst wieder weglegen, aber falls ihr meine Abneigung gegen Religionen und in eine Schublade gesteckt zu werden teilt, wird es euch umso besser gefallen.

    Und sorry für die Tippfehler oben.

  14. Alex sagt:

    Ich wünsche Dir alles Gute, lieber Michael, dass Duwenigstens einen Teilerfolg gegen den Täter erringen kannst – und sei es nur moralisch und eventuell um dann andere vor Missbrauch zu bewahren.

  15. Joe DiMaggio sagt:

    Ich war von 1972-77 in Eringerfeld und wurde dort zumindest körperlich misshandelt. Der Schläger hieß Gessner, war seinerzeit im sog. Internat I “Heimleiter”, wurde danach in den Altenbereich Bad Sassendorf hochgelobt … und wenn mir jemand helfen kann, diese Fresse zumindest virtuell zu poliern….

  16. Michael sagt:

    Du kennst das Forum der ehemaligen Eringerfelder? http://eringerfeld.org

  17. Ein Mensch sagt:

    Ich bedaure zu tiefst, was Ihnen angetan worden ist.

    Ihr Peiniger war verheiratet. Andere Peiniger haben den Zölibat abgelegt. Andere Peiniger sind weder verheiratet, noch haben Sie den Zölibat abgelegt. Dennoch muss man nach Gemeinsamkeiten in der Sexualerziehung von Opfern und Tätern suchen, um Kinder zukünftig vor Missbrauch zu bewahren.

    Ich sehe einen Zusammenhang zwischen einer autoritären Erziehung, die von frühster Kindheit Druck ausübt und dem Rollenverhalten im Erwachsenenalter. An manchen Menschen scheinen Schicksalsschläge spurlos vorüberzugehen (Resillienz) und andere werden zu Tätern oder zu Opfern.

    Ich wünsche Ihnen viel Mut auf dem Weg in ein freies Leben ohne Angst. Sie verdienen es.

  18. Franz sagt:

    Lieber Michael,
    es freut mich, dass Du mit Deiner Vergangenheit so offen umgehen kannst.Solltest Du geklagt werden,sichere ich Dir
    finanzielle Unterstützung zu.In den 60 er Jahren gab es auch sehr viele prügelnde Lehrer. Einer dieser Schläger ist im
    Bereich Lahr/Schwarzwald zu finden.Ohrfeigen, Stockschläge
    gehörten bei ihm zur Tagesordnung.Leider ist er schon im betagten Alter und wird sich der irdischen Gerichtsbarkeit entziehen.

  19. MotherInLaw_50 sagt:

    Lieber Michael,

    als Betroffene (s. mein Blog http://www.stonechip.de/gertrud/ “Nicht der Täter gewinnt-ich gewinne”) weiß ich, was es heißt, mit der Verleugnung der Täterseite umzugehen.

    Am gestrigen Abend habe ich dazu drei sehr interessante Beiträge auf ARTE gesehen, besonders die Aussagen der Betroffenen waren aufschlussreich, sowie die anschl. Diskussionsrunde, hier die links dazu:

    http://plus7.arte.tv/de/169766.....48390.html
    http://plus7.arte.tv/de/169766.....48394.html

    Obwohl es hier vordergründig um Inzest ging, hat sich herausgestellt, dass es, im Gegensatz zu Deutschland, in Frankreich eine spezielle Hotline gibt, an die sich Missbrauchsopfer direkt wenden können, ohne Angst vor Repressalien seitens der Täter haben zu müssen.
    Bin gerade dabei herauszufinden, an wen man sich wenden muss, (Ministerien, etc.), um auch bei uns einen direkte telefonische Anlaufstelle zu installieren.
    Ebenso müsste dringend Aufklärungsarbeit -und das bereits in den Vorschulen- geleistet werden, um Kindern zu verdeutlichen, was Erwachsene tun würfen und wo der Übergriff beginnt.

    Dass die Verjährungsfristen absoluter Nonsens sind, versteht sich von selbst. Auch da besteht noch großer Handlungsbedarf, sowie natürlich auch in den anderen damit zusammen hängenden Bereichen. Leider gibt es, nicht zuletzt wegen der Scham der Opfer, viel zu wenig Erhebungen/Untersuchungen darüber. Lass uns daran arbeiten, dass das anders wird.

    Herzlichst
    Heike (MotherInLaw_50)

  20. Bernd sagt:

    Hallo Michael!
    Habe diese Seite durch Zufall gefunden. Von 1969 bis 1974 war ich ebenfalls in Eringerfeld und habe dort auch nicht unbedingt meine besten Erfahrungen für’s Leben gemacht. Augenblicklich befinde ich mich in einer sehr schwierigen Lebenssituation, die ebenfalls ihre Wurzeln in der Kindheit hat.
    Wenn ich die Kraft finde, würde ich mich gerne intensiver mit Deiner genannten Problematik beschäftigen. Immer aufrecht bleiben!

    Bernd

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