Michael am Juli 10th, 2010

Das waren tolle vier Wochen.

Bafana, Bafana, Vuvuzela, waka waka, wave the flag und SCHLAAAAAAAAAAAAND

Geschimpft über die Schiris, gefeiert die Siege, geschockt von den Niederlagen. Aber nur ganz kurz.

Denn wir haben die Engländer nach Hause geschickt. Wir haben Diego, kleines dickes Diego heimgeschickt, deklassiert, aus dem Stadion und aus dem Turnier gefegt. Wir haben unserem Stammitaliener schöne Grüsse von “Arri” ausgerichtet, mehrmals, bis er gefragt hat, wer das sei und wir ihm ein fröhliches “Arrivederci” entgegenschmettern konnten.

Vier Wochen, in denen unsere Politik wieder das ein oder andere Gesetz durchknallen konnte, das uns noch böse aufstossen wird. In denen wir eine Präsidenten-Wahlfarce erleben durften.

Trotzdem waren es schöne vier Wochen, danke an Jogi und seine Rasselbande, danke an den Günther, den alten Netzer, auf Waldis WM-Club-Ding kann ich übrigens auch in Zukunft verzichten. Blatter halt ich immer noch für einen arroganten und falschen Vollpfosten, der definitiv nichts mit dem Friedensnobelpreis zu tun haben sollte, Matze Knoop gefällt mir gut als Matze Knoop und Thomas Müller ist ein megacooler Hund, obwohl er beim FC Bayern spielt. Sogar den Olli Kahn mag ich nach vier Wochen WM.

Vorbei die WM, zurück in den Alltag.

Ich freu mich auf den 1.FCK in der 1. Liga mit dem tollen Marco Kurz als Trainer. Ich freu mich auf “Krimi 2.0“. Ich freu mich einfach mal ein bisschen. Muss ja auch mal sein. An so einem Sommerabend in Deutschland, im Land von Lena und Löw.

SCHLAAAAAAAAAAAAND! :-)

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Michael am Juli 8th, 2010

… weil dort unsere Zielgruppe ist.

Firmenchefs, die bisher dem Internet neutral gegenüberstanden, und auch “der gemeine deutsche Michel an sich” bekommen durch die alten Medien immer wieder mit, dass es da noch eine Parallel-Geselllschaft zu geben scheint. Leute, die nicht mehr in den Laden gehen, um etwas einzukaufen. Die sich vorher nicht durch den Besuch diverser Ladenlokale der Konkurrenz ein Bild machen von dem, was die da kaufen wollen. Sie holen sich die Informationen im Internet, die Kunden, und immer mehr davon kaufen auch gleich da.

Man kann als Firmenchef also nicht mehr allein darauf vertrauen, dass ein tolles Schaufenster und Aufsteller vor dem Laden (Analog-Spam) den potentiellen Kunden allein zum Kauf anregen. Man muss als Firmenchef auch in dieses Internet. Weil man dort auch verkaufen kann. Anders als gewohnt, aber eben auch.

Sicher, man muss nicht, es gibt auch noch genug Menschen, die den persönlichen Kontakt mit dem Verkäufer schätzen und ein Produkt anfassen wollen. Wobei hier die Betonung auf “noch” liegt. Das Umtauschrecht nach dem Online-Kauf gibt dem Kunden die Möglichkeit, ebenfalls erstmal Hand anzulegen, bevor man es endgültig behält, das Produkt seiner Wahl. Sicher, auch im Laden hat man ein Umtauschrecht, aber man muss dort hin, im ungünstigsten Fall zweimal, einmal zum Kauf und einmal zur Rückgabe.

Das Medium Internet ist mehr als eine Sammlung von Webseiten, die etwas verkaufen wollen. Man kann Reisen buchen, ohne dicke Kataloge zu wälzen, man schreibt schnell ne Mail, um eine Frage zu stellen.

Schnell ist das Zauberwort.

Das Internet ist schnell. Schnelle Informationsgewinnung und schnelle Informationsweitergabe. Entscheidungen treffen, ohne sich von seinem gewohnten Umfeld trennen zu müssen. Von zu Hause aus, dem sicheren Hafen, den eigenen vier Wänden. Da, wo man sich auskennt, wo der Puls nur dann steigt, wenn der Partner zu lange wegbleibt oder endlich wieder heimkommt. ;-)

Dass sich die Musik-Industrie lange gegen das Internet gewehrt hat und mit den Folgen davon heute noch kämpft, ist allgemein bekannt. Da musste ein Steve Jobs kommen und zeigen, dass man im Internet Geld verdienen kann. Einfach, indem man die Zeichen der Zeit erkennt und die Distribution von Gütern anpasst.

Liebe Kollegen und Kolleginnen, wir müssen in dieses Internet …

… weil dort unsere Zielgruppe ist.

Wir selbst sind das Produkt, das es zu verkaufen gilt. Unsere Fähigkeiten, eine Rolle auszufüllen sind die Eigenschaften dieses Produkts. Unsere Fähigkeit, eine Entscheider-Instanz von uns zu überzeugen, sind das Marketing und die Werbe-Abteilung. Je mehr Fähigkeiten wir zeigen können, desto eher wird man bereit sein, uns zu engagieren.

Und unsere Zielgruppe ist nicht nur der Konsument unserer Filme und Serien, sondern auch die zukünftigen Entscheider werden das Medium Internet immer mehr nutzen, um schnelle und damit kostengünstige Entscheidungen treffen zu können. Sie werden online die Anforderungen bereit stellen, wen und was sie suchen und wir werden uns mit kurzen Video-Clips für eine Rolle vorstellen. Wer das nach der Podiums-Veranstaltung auf dem Filmfest München immer noch nicht glaubt, hat den Pfiff nicht gehört und bleibt sitzen.

Wenn ich während einer Diskussion von einer knapp über 20-jährigen Kollegin höre, dass sie mit diesem Internetzeugs nicht mehr anfängt, dann regt sich in jeder Faser meines Körpers Protest.

Wenn mir ein Kollege während eines Gesprächs über Online-Casting sagt, dass ihm das zu unpersönlich ist, und er schliesslich auch für sich spüren möchte, ob er mit der Produktion leben kann, und ich ihn dann frage, wann er das letzte Mal ein Rollenangebot abgelehnt hat und zur Antwort ein “noch nie” erhalte, dann schüttle ich nur noch den Kopf.

Wenn ich bei all den Gesprächen, die teilweise hitzig waren in den letzten Monaten, irgendwann bemerke, dass schlicht technisches Verständnis für das Medium und die Möglichkeiten fehlt, dann spreche ich das an und erhalte oft als Antwort, dass es einem ja niemand zeigt, wie es geht und das alles bestimmt fürchterlich kompliziert sei.

Abgesehen von allen persönlichen Ängsten, mit denen ein Schauspieler oder eine Schauspielerin zu kämpfen hat, weil eben nur bestimmte Rollenangebote vorhanden sind und man oft nicht draufpasst, oder man seit Jahren keine TV-Angebote mehr bekommt und deswegen nicht mehr “auf der Liste” ist habe ich wenig Verständnis dafür, dass man sich nicht mit den Möglichkeiten und Chancen beschäftigt, die uns das Internet bietet.

Man fährt lieber zum 20. völlig überteuerten Workshop über das Thema ” Welche Szenen sollen in meinem Demoband sein”. Ja, das ist sehr provokativ formuliert, soll aber eigentlich dazu anregen, sich nach dem Aufregen über die Aussage damit zu befassen.

Online-Casting bietet uns als Gesamtgruppe der Schauspieler die Möglichkeit, uns schnell und unkompliziert bei einer Entscheidungs-Instanz vorzustellen, ohne in eine andere Stadt fahren zu müssen und aufgeregt in einem Raum warten zu müssen und dabei die psychologischen Tricks der Kollegen eventuell nicht förderlich für seine eigene Rollenauslegung zu finden.

Ein Video, das wir zuhause oder in einer Umgebung, in der wir uns wohlfühlen, selbst produzieren können, gibt uns allen eine Chance, wirklich zu zeigen, was wir können. Ohne die Aufregung, fremden Menschen und Situationen gegenübertreten zu müssen, ohne dass unser Selbstbewusstsein leiden muss, weil da vielleicht drei oder vier dabei sind, die wohl subjektiv gesehen besser auf die Rolle passen.

Technisch gesehen ist es heutzutage nach einer kurzen Einarbeitung tatsächlich kein Problem mehr, schnell und unkompliziert etwas zu produzieren. Die Masse an Videos und Clips, die tagtäglich auf den verschiedenen Plattformen eingestellt werden, sprechen eine deutliche Sprache. Sicher, da ist viel Ausschuss dabei, aber immer wieder auch Perlen.

Und jetzt mal ehrlich, jeder von uns möchte doch einmal eine Perle finden bzw. als die perfekte Perle gefunden werden. Wollten wir keinen Erfolg haben, wären wir doch gar nicht in diese Branche eingestiegen. Der Unterschied zur Auster ist, dass wir uns bemerkbar machen müssen, damit man uns findet. Und da bietet sich das Internet mit der Option Online-Casting als ideale Plattform geradezu an.

Denkt mal drüber nach.

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Michael am Juli 2nd, 2010

… dann war das immer ein Spass für den kleinen Michael.

Telefonieren war für mich schon normal, eine Kommunikationsform wie jede andere auch. Für den Opa war es ein Teufelsding, dieser graue Apparat mit der Schnur, die sich ausserdem ständig verdrehte. Seine Abneigung gegen das Telefonieren hielt bis zu seinem Lebensende an. Mehr wie ein paarmal “Jo” (Ja), ab und an ein “Ihr” (ja richtig) und “Alla” (Tschüss, bis dann) war dem alten Mann nicht zu entlocken.

Ich fand das Telefonieren toll. Man konnte sich verabreden, ohne sich zu sehen und konnte sich erzählen, was der andere grade sah. Das Telefon war immer da, nahm man den Hörer ab, konnte man die ganze Welt durch dieses kleine Gerät kennenlernen. Man war “always online”, ohne den Begriff zu kennen.

Die kindliche Neugier auf technisch neue Dinge hab ich mir behalten, obwohl mein Adoptiv-Vater keinerlei Interesse zeigte an diesen technischen Dingern namens Computer, zumindest nicht, als ich der C64-Clique durch geistige Reife hätte beitreten können.

Als ich nach München ging, war für mich klar, ein Computer müsste sein, egal welche berufliche Laufbahn ich einschlagen würde. So kaufte ich mir ein Buch. DOS 5.0 – Das Kompendium. Verstanden hab ich nix davon, aber nach dreimaligem Lesen atte ich das ein oder andere Déja-Vu und irgendwann verstand ich auch komplexere Zusammenhänge.

Zwischendurch durchlief ich die Schauspielschule, arbeitete nachts in der Cocktail-Bar und lebte. Die Möglichkeiten, die die Technik und das frühe Internet mit sich brachte, nutzte ich, wo es ging. Einen gewissen Informationsvorsprung gegenüber einigen Kollegen und Kolleginnen meiner Zunft habe ich vielleicht dadurch, dass mich das Thema so interessierte.

ONLINE-CASTING – NEUE HERAUSFORDERUNGEN UND CHANCEN

Unter dieser Überschrift fand im Rahmen des Filmfests in München eine Podiumsdiskussion statt, zu der der Bundesverband Casting eingeladen hatte. Und die Überschrift der Veranstaltung sagte alles aus. Die Schockstarre mancher Anwesenden im Publikum machte klar, dass dieser Schritt unausweichlich ist.

Alleine aus Kostengründen für beide Seiten eine Erleichterung. Keine unnötigen Flüge oder Bahnfahrten mehr in eine andere Stadt zu einem Casting, von dem man irgendwann mit Glück erfährt, das man nicht genommen wurde und mit viel Glück erfährt, dass man genommen wurde. Die Demokratisierung von Bewerbungen, die durch einen Erstkontakt über ein Online-Casting stattfindet, ist vielen noch nicht klar. Ich bin überzeugt, es wird viele neue Gesichter geben als den berühmten 12, die bisher auf der Liste der Entscheider standen. Die Technik ist da und sie wird genutzt werden. in diesem Fall begrüsse ich das ausserordentlich. Nicht, weil ich behaupte, das Medium Internet und die Technik zu beherrschen, sondern weil es ein logischer Schritt in die richtige Richtung ist.

Wie ich im Vorfeld durch viele Gespräche und Diskussionen erfahren hatte, war die Bereitschaft meiner Zunft, diese Technik zu nutzen, recht eingeschränkt. Und wenn man dann genauer nachfragte, kam doch hin und wieder die ehrliche Antwort, dass man die Technik nicht beherrsche.

Aus diesem Grund hatte ich bereits vor ca. 2 Monaten einen Vortrag vor der Kollegenschaft gehalten, um zu zeigen, wie einfach es doch ist, sich selbst schnell und unkompliziert ein kurzes Bewerbungsvideo zu produzieren. Auf der Podiumsdiskussion am Dienstag habe ich dieses Angebot erneuert. Ich bin gerne bereit, einen Workshop mit Vortrag zu organisieren. Ich bereite gerade neben meinem Engagement für “Krimi 2.0″ eine solche Veranstaltung vor und bin gespannt, wieviele Kollegen und Kolleginnen es annehmen werden. Wir sind nicht nur auch Künstler, sondern eben auch Handwerker und das Online-Casting wird in Zukunft zu unserem Handwerk gehören wie die Kelle zum Maurer.

Und eins ist klar. Die darstellende Generation nach uns wird uns ähnlich belächeln wie ich den Opa beim Telefonieren.

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