UPDATE:
Der Brief wurde auf der Gästebuch-Seite des Bundespräsidialamtes freigeschaltet. Ich habe diesen offenen Brief auch als E-Mail an den Bundespräsidenten geschickt. Contentklau ist ausdrücklich erlaubt. Wer möchte, darf diesen Brief gerne kopieren und mit seinem Namen versehen nutzen.
STOPPEN SIE DEN ABBAU
VON DEMOKRATIE UND FREIHEIT
IN DEUTSCHLAND!
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
ich schreibe Ihnen heute, weil ich glaube, dass Sie der einzige Mensch in Deutschland sind, der jetzt in dieser Situation noch helfen kann.
Die Koalitionsregierung versucht gerade, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit Füßen zu treten. Unter dem Deckmantel Kinderpornografie verhindern zu wollen, soll eine Sperr-Infrastruktur aufgebaut werden, deren Ausmaße von niemandem vorhergesehen werden, aber von einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von Menschen definitiv abgelehnt wird. Zum jetzigen Zeitpunkt haben über 115.000 Bürger die E-Petition von Franziska Heine mitgezeichnet. In einer weiteren von vielen anderen Aktionen geben die Menschen ihrer Stimme ein Gesicht !
Die Gründe der Ablehnung solcher Sperrstrukturen sind vielfältig, berufen sich aber alle auf den einen Satz im Grundgesetz, der uns die Freiheit garantiert: “Eine Zensur findet nicht statt!”
Wir alle müssen nicht betonen, dass wir gegen Kinderpornografie und die Verbreitung des Materials sind. Und dennoch tun wir es. Löschen statt Sperren sagen wir. Wir finden es sinnlos, eine Strasse vorne abzuriegeln, damit die, die rein wollen, durch Nebenstrassen und den Hintereingang Zutritt erlangen.
Wie von verschiedenen Experten aus allen Fachrichtungen bestätigt, hilft eine Sperrung von Internetseiten nichts, wenn es Umwege gibt, dennoch an Material zu kommen, das gesperrt werden soll. Es ist lediglich der Einstieg in die Vergewaltigung des Rechts auf freie Informationsbeschaffung.
Wo heute illegale Aktivitäten verhindert werden sollen, werden vielleicht schon morgen Meinungen zensiert.
Sehr geehrter Herr Bundespräsident, helfen Sie uns, unserem Land, unserer Freiheit und unserer Demokratie, indem Sie das Wort ergreifen und die Politiker in ihre Grenzen weisen und sie an den eigentlichen Auftrag, den sie vom Volke erhalten haben, erinnern.
Hochachtungsvoll
Michael Jäger, München
Update:
Die Augsburger Allgemeine hat heute sowohl online als auch im Print über die geplante Zensur berichtet, so sehe ich es zumindest. Und der Offene Brief an den Bundespräsidenten wird ebenfalls in Wort und Bild genannt. Dass ich ganz schön müde bin durch die letzten Wochen, sieht man ebenso

Tags: Bundespr?sident, Bundesrepublik Deutschland, Franziska Heine, Kinderpornografie, Koalitionsregierung, L?schen statt Sperren, Sperr-Infrastruktur, Zensur, Zensursula
1. Mitmach-Krimi 2.0
Wenn du jetzt noch die Tippfehler rausnimmst, ganz nett
Schnelltippen ist eigentlich totaler Scheiss
Ich finde diese Argumentation mit der leichten Umgehbarkeit der Sperren gefährlich, weil sich damit auch “bessere” Sperren fordern lassen. Viel wichtiger sind m.E. deutliche Hinweise auf die (schon geforderte) Ausweitung der zu sperrenden Inhalte und die Verfassungswidrigkeit des Gesetzes. Gerade letzteres stellt doch DEN Hebel für unseren Bundespräsidenten dar, das Gesetz aufzuhalten.
Ich will gar keine Sperrungen! Ich will ein freies Netz, in dem ich mich frei bewegen kann!
Wenn der Herr Bundespräsident die Argumente aller Seiten kennt, wird ihm die sachliche Analyse und auch der gesunde Menschenverstand sagen, dass die Sperrung der falsche Weg ist.
Und er ist wahrscheinlich tatsächlich der Einzige, der sich zu diesem Thema unbefangen äussern darf. Er ist der höchste Vertreter unseres Landes, hat nichts zu verlieren, sondern nur die Sympathie der freiheitlich und demokratischen zu gewinnen. Eine Rede oder ein Interview von ihm zum Thema Löschen statt Sperren würde die Aufmerksamkeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa dafür erhöhen.
Wir können nächtelang diskutieren, wir können demonstrieren, wir haben keine Chance, wenn man uns nicht zuhören will und uns totschweigt!
Vielleicht hat der Herr Bundespräseident ein Ohr für uns?!
[...] Michael Jäger: Sehr geehrter Herr Bundespräsident, … [...]
[...] Michael Jäger aus München hat einen offenen – und unterstützenswerten Brief – an den Bundespräsidenten geschrieben. “Sehr geehrter Herr Bundespräsident, STOPPEN SIE DEN ABBAU VON DEMOKRATIE UND FREIHEIT IN DEUTSCHLAN…“ [...]
Ohne eine Wertung zum obigen Zensur-Thema möchte ich allgemein darauf hinweisen, dass der Art. 5 (1) GG (enthält u.a. den zitierten Abschnitt “Eine Zensur findet nicht statt.”) gefolgt wird von Art. (2) GG in dem steht, dass “diese Rechte [...] ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre” finden.
Es kann also bereits, völlig Grundgesetz-kompatibel (!), eine (Nach-)Zensur stattfinden.
Der Hinweis ist einerseits richtig. Andererseits ist uns lalen klar, dass die jetzige Diskussion darum geht, Sperrstrukturen aufzubauen, die so weitreichend und undurchsichtig sind, dass die Freiheit des Einzelnen und damit der Gesellschaft allgemein gefährdet ist.
Klaro, ich wollte ja auch gar nicht die Richtigkeit des Protests in Frage stellen, sondern allgemein darauf hinweisen, dass das alleinige zitieren des “Eine Zensur findet nicht statt” – Absatzes als Argument nicht unbedingt geeignet ist.
Das verstehe ich , aber um die Masse der Menschen zu erreichen, muss man “in Schlagzeilen reden”, damit Aufmerksamkeit erregen und dann in die Tiefe der Argumentation einsteigen. BILD ist das beste Beispiel dafür.
Ich verstehe den ganzen Trubel um die Sperrungen nicht, denn was sollen die bewirken?
In einem Staat, in dem Kinderschänder schon nach wenigen Jahren wieder aus dem Knast kommen, dürfte das Internet wohl das kleinste Problem sein…
Dieser Punkt ist ein sehr interessanter Ansatz, danke dafür
Hallo Michael,
das Gästebuch beim Bundespräsidenten ist zur Zeit leider nicht mehr erreichbar.
Habe Deinen Brief in meinem Kulturforum gepostet und mit dieser pikanten Info ergänzt. Ausserdem hier noch die Anschrift des Präsidialamtes für den Postweg:
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1
10557 Berlin
Postanschrift:
11010 Berlin
Die Internetseite es Bundespräsidenten:
http://www.bundespraesident.de
Hallo Dorothée,
habe eben selbst den Versuch gemacht, die Seite zu erreichen. Das Gästebuch ist errecihbar und der Eintrag steht immer noch als erster oben, also nur ein tempräres Problem.
Vielen Dank für die Weiterverbreitung des Offenen Briefes an den Bundespräsidenten.
Ich bin der Auffassung, dass das Bundespräsidialamt noch keine Stellung beziehen möchte, aber die Veröffentlichung nach kürzester Zeit beweist, dass sich dort damit beschäftigt wurde. Und zwar in dem Sinne, dass es richtig ist, den Brief zu veröffentlichen. Ich hoffe immer noch, dass der Bundespräsident eine Stellungnahme abgeben wird oder vielleicht sogar eine Rede zum Thema Zensur vorbereitet. Er ist der einzige, dem man absolute Neutralität abnimmt, auch wenn der bürgerlich-liberal gewählt wurde.
Danke für die Tipps, aber die Seite ist und bleibt für mich unerreichbar. Selbst das Löschen von Browsercache, Internetcache, Systemcache, Neustart & Reset von Rechner und Router, Reparatur der Benutzerrechte – Nichts davon hilft! Ich hoffe, daß das Phänomen bei mir eine Ausnahme ist und bleibt.
Wie gesagt, ich habe keine Probleme, farag mal einen Bekannten, ob er auf seinem Rechner auf die Seite kommt.
Ich habe heute einen Journalisten getroffen, der den Offenen Brief an den Bundespräsidenten am Dienstag zusammen mit einem Bild von mir an die Agenturen verschickt.
Wer den Brief nutzen möchte oder selbst einige Zeilen schreiben möchte, ran an die Tasten und Schreibstifte.
Update:
DIe Augsburger Allgemeine geht zwar nicht direkt auf den offenen Brief ein, man kann aber mit guten Augen erkennen, dass der Brief an den Bundespräsidenten auf dem Desktop liegt. Ausserdem ist es in meinen Augen die erste Zeitung, die den Mut hat, doch etwas differenzierter zu berichten und den Widerstand etwas beschreibt.
Link:
http://www.augsburger-allgemei.....,4288.html
Die grosse Koalition greift die Demokratie an. Wählen wir sie ab.
Entwickeln wir Alternativen, bauen wir die Demokratie, machen wir das System besser
Der Schauspieler Michael Jäger meldet sich zu Wort…
in einem offenen Brief an den Bundespräsidenten Herrn Horst Köhler. Michael Jäger schreibt u.a.: ich schreibe Ihnen heute, weil ich glaube, dass Sie der einzige Mensch in Deutschland sind, der jetzt in dieser Situation noch helfen kann.
Die Koalitio…
[...] michaeljaeger.tv – offenen Brief an den [...]
[...] Artikel auf seinem Blog sind wunderbar zu lesen – argumentativ, mitten aus dem Leben heraus. Einen Offenen Brief an den Bundespräsidenten hat er ebenso geschrieben, wie einen Ausblick in die Zukunft. Mit einfachen Beispielen zeigt [...]
[...] Michael Jaeger [...]
[...] dem Brief, den ich auch auf meiner Seite veröffentlichte, bat ich den Bundespräsidenten, das Zugangserschwerungsgesetz nicht zu [...]
[...] MOGiS sind nicht die einzigen Missbrauchsopfer, die sich gegen Sperren aussprechen, unter anderem tun dies auch: gegen missbrauch e.V., Trotz Allem e.V., „Bringt Licht ins Dunkel“ i.Gr. und Michael Jäger (Ein Fernseh-Schauspieler) [...]
[...] MOGiS sind nicht die einzigen Missbrauchsopfer, die sich gegen Sperren aussprechen, unter anderem tun dies auch noch: gegen missbrauch e.V., Trotz Allem e.V., “Bringt Licht ins Dunkel” i.Gr. und Michael Jäger (Ein Fernseh-Schauspieler) [...]
[...] Die Augsburger Allgemeine hatte am 16.06.2009 einen Artikel zum Thema Internetzsperren veröffentlicht, siehe hier. Im Artikel war ein Bild von mir, das mich am Laptop zeigt, auf dem der von mir geschriebene offene Brief an den Bundespräsidenten zu sehen ist, siehe hier. [...]